In den kommenden Monaten ist des Bauern Sorge mehr und mehr der neuen Saat und deren Entwicklung gewidmet.
Der  Herbst hält seinen Einzug,  da  denkt man auch schon an den bevorstehenden Winter.
Damit befassen sich vielfach auch  die  Bauern- und Wetterregeln für September.

  • "Nach Septembergewittern wird man im Hornung vor Kälte zittern.“
  • "Ist der September hell und klar, so hoffen wir auf ein gutes Jahr."
  • "Septemberregen ist dem Bauern gelegen, wenn er aber den Winzer trifft, ist er eben so schlecht als Gift.“ 

Spinnen in diesem Monat sollen einen strengen Winter voraussagen:

  • "Wenn im September viel Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.“  

Groß ist die Zahl der Regeln, sich um die Heiligenfeste des Monats ranken: 

  • "Schönes Wetter hat noch auf vier Wochen des Ägidius (1. 9.) Sonnenschein versprochen.“
  • "Maria Geburt (8. 9.) treckt de Schwalben furt.“ 
  • "Maria geboren, Bauer streue dein Korn.“
  • "Wie sich/s Wetter an Maria Geburt verhält, so ist's noch weiter vier Wochen bestellt.“
  • "Sankt  Gorgon (9.9.) treibt die Lerchen davon.“
  • "Regnet's an Sankt Gorgon, ist der Oktober ein Dämon.“
  • "Trocken wird das Frühjahr sein, ist Lambertus (17. 9.)  klar und rein.“
  • "Tritt Matthäus (21.9.)stürmisch ein, wird's bis Ostern stürmisch sein.“
  • "Wenn  Matthäus weint statt lacht, Essig aus dem Wein er mach“

Ist es aber an diesem Tage schönes Wetter, dann heißt es:

  • "Hat Matthäus, der Evangelist, schön Wetter im  Haus, hält es noch vier Wochen aus.“
  • "Zeigt sich klar Mauritius (22. 9.), viele Stürm‘ er bringen muß."
  • "Nebelt's an Sankt Kleophas (25. 9.), wird der ganze Winter naß.“

Der wichtigste Tag des  Monats  und  auch  einer  der wichtigsten  Tage des  Jahres im  Leben
des  Landmannes  ist der Tag des heiligen Michael, dessen Fest am 29. 9, gefeiert wird.
Die Tage werden schon merklich kürzer, die Lampen müssen wieder angezündet werden.
Nur einige, der vielen Regeln, die sich mit diesem Lostag befassen, seien angeführt:

  • "Viel Eicheln um Michaelis, viel Schnee um Weihnachten.“
  • "Regnet's an Michaelis ohne Gewitter, so folgt meistens ein milder Winter."
  • "Sind die Zugvögel an Michaelis noch hier, ist kein harter Winter vor der Tür.“
  • "Kommt Michael heiter und schön, so wird noch vier Wochen gehen.“
  • "Michael, dann maket de Neisters un Schnieders de Lüchten heel.“