Sehnlichst herbei gewünscht, bricht nun der Wonnemonat Mai an.

Der Bauer wünscht ihn gar nicht so sehr als Wonnemonat, denn Regen im Mai ist viel wert.
Das Gras muß wachsen, damit Kühe auf der Weide genügend Futter haben. Der Kohl muß sich schon entwickeln.
Gewitter im Mai kommen deshalb nicht ungelegen. In den Mai fallt die Blüte der Eiche und Esche.
An warmen Tagen schwärmen schon manchmal zur Freude der Imker die Bienen.

  •  „ Kolden Mai brink allerlei“.
  • ,, Mairegen auf die Saaten, dann regnet's Dukaten.“
  • „ Im Mai zartes und saftiges Gras, gibt gute Milch ohn Unterlaß..“,
  • ,, Kabus im Mai krieg en Köppen äs en Ei.“:
  • „ ‘Nen Immenschwarm in'n Mai is wärt en heel For Heu.“
  • „Grünt die Esche vor der Eiche, hält der Sommer große Bleiche, grünt die Eiche vor der Esche, hält der Sommer große Wäsche.“
  • „Gewitter im Mai bringt Früchte herbei.“
  • „Viel Regen im Mai, zeigt auf trockenen September.“

 Der Roggen muß „aolen Mai" (12. Mai) schon gut gewachsen sein:

  • „Wenn sik aolen Mai ne krei in roggen verscholken kann, dann kann de roggen nich got wem."

 In den Monat Mai fallen die drei Eisheiligen Mamertus, Pankratius und Servatius,
deren Gedenktage am 11. 12. und 13. Mai begangen werden.
Die drei ,,Gestrengen Herren“, wie sie schon Friedrich der Große nannte, stehen für Kälterückfälle,
die bis Mitte Mai  immer noch vorkommen können, allerdings nicht mit einer Regelmäßigkeit,
wie es diese Wetterregeln vorzugeben scheinen.
Manchmal wird auch noch Bonifatius am 14. 5. mit zu den Eisheiligen gerechnet,
auch von der ,,Kalten Sophie“ (15. 5.) hält man nicht viel:

  • „Mamertus, Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruß."
  • „Servaz muß vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.“
  • „Strahlt Urban (25.5.) im Sonnenschein, gibt vielen guten Wein.“

  • „Ist es klar an Petronell‘ (31.5.), mißt den Flachs man mit der Ell‘."

Himmelfahrt und Fronleichnam, die beiden großen Kirchenfeste sind auch bedacht worden:

  • „Ist es klar an Petronell‘ (31.5.), mißt den Flachs man mit der Ell‘.“Scheint auf Himmelfahrt die Sonne, bringt der Herbst uns große Wonne.“
  •  „Ist es klar an Petronell‘ (31.5.), mißt den Flachs man mit der Ell‘.“Regnet's am Fronleichnamstag, regnet's noch vier Wochen nach.“