Der März bringt eine große Zahl von Wetterregeln.

Ganz allgemein gilt:

  • „Wenn der Kuckuck im März viel schreit, folgt meist in guter Frühling."

Nach Ansicht der Bauern muß er neun wirkliche Frühlingstage haben. Viel Regen und Schnee sind nicht erwünscht,
denn:

  • Märtenschnee döt Saaten weh."
  • „Up Märtenrängen kien Sommersäägen.“

Es darf in diesem Monat jedoch auch nicht zu warm und gelinde sein, es darf noch nicht wachsen:

  • „Grönnen Märten brängt selten wat Gudes.“
  • „Märtengras will in de Schüre nich in.“
  • „Märzenblüte ist ohne Güte.“
  • ,,Märtenflot bitter äs rot, Aprilflot sülvern Hot, Maiflot 'nen golden Hot.“

Der Landmann erwartet vom März Trockenheit:

  • „Märtenspak (Trockenbeit) gif 'nen vull'n Sack."
  • „Een Pund Märtenstuff is'n golden Wilmken (Goldstück) wärt.“
  • „Drögen Märten, natten Pril un kaolen Mai, füllt Schüren un Keller un bringet good Heu.“

Jedoch kann der März noch empfindlich kalt sein:

  • „De Nüring (März) kann´n Stätt (Schwanz) naoch rüren.“

 aber

  • ,,Up'n windigen März folgt'n schönen Mai.“

Gewitter sind im März nicht gern gesehen, denn:

  • Grummeln up'n soeren Dag, gifft heele Johr Rängen genog."

Und was sagen die Wetterpropheten des Monats?

  • „Wenn es an Kunigunden (3. 3.) friert, sie's noch vierzig Tage spürt.“
  • „Kunigunnen kümp de Saft von unnen"
  • Gregor (12. 3.) zeigt dem Bauern an, daß er im Felde säen kann.“

Ein besonders wichtiger Tag im März ist der Sankt Gertrudentag (17. 3.).
Dieser Tag soll der erste Gärtnertag sein. Von diesem Tage an ist die Sonne das alleinige Licht bei aller Arbeit:

  • „Sonniger Gertrudentag, Freud´ dem Gärtner bringen mag.“
  • ,,Es führt Sankt Gertrud die Kuh zum Kraut (Austrieb des Viehs),
    die Biene zum Flug und die Pferde zum Pflug."
  • Sünte Gertrud mot Schut im Plog herut."
  • Sünte Gertrud pust't Schosters un Schnieders de Lüchten ut."

  • "Jst Sankt Joseph (19.3) hell und klar, kündet er ein gutes Jahr."
  • "Än Sankt Benedikt (21. 3.) acht wohl, daß man Hafer säen soll."

Am 21. März muß der Storch zurück sein.

Am Feste Maria Verkündigung (25. 3.), auch noch ,,Leewfrauen" genannt,
kehren nach Meinung des Volkes die Schwalben zurück, die uns Maria Geburt (8. 9.) verlassen haben.

Das Vieh wird an diesem Tage ausgetrieben. Der Kiebitz muß bereits drei Eier im Nest haben.

Neues regt sich überall:

  • „Wat up Leewfrauen de Auen (Mutterschafe), dat hebbt de Keihe up Mai."
  • „Maria Verkündigung kümp de Krone (Kraniche) trügge un sitt de Queckstärt (Bachstelze) up den Rügge."
  • ,,Hat Rupert (27.3.) den Himmel rein, wird's im Juli auch so sein."