Für die Bauern hat der letzte Monat des Jahres besondere Bedeutung,
da das Wetter dieses Monats bestimmend für das Wetter des kommenden Jahres sein soll.
Schnee gehört unbedingt zum Dezember. Mildes Weihnachtswetter ist nicht gern gesehen.
Die Rüben schmecken nach Weihachten nicht mehr:

  • „Dezember kold mit Schnee, gifft Korn up jeder Höh'.“
  •  „Je dunkler es überm Dezemberschnee war, desto mehr leuchtet Segen im nächsten Jahr.“
  • ,,Funkelt im Dezember die Sterne bie ganz hellem Himmel, dann gifft et nen starken Frost.“
  •  „Sturm im Dezember und Schnee, da schreit der Bauer juchhe.“
  •  „Donnert's im Dezember gar, bringt viel Wind das nächste Jahr.“
  • „Wenn der Wind zu Vollmond tost, folgt ein langer, harter Frost.“

Für die einzelnen Heiligenfeste gibt es auch wieder eine Anzahl Wettersprüche.

  • „Wenn zu Eligius (1. 12) weit umher ein starker Winter einfällt, so soll er vier Monate  dauern."
  • „Wird's am ersten Advent erst kalt, hält das Eis zehn Wochen bald.“
  •  Auf Barbara (4. 12.) die Sonne weicht, auf Luzia (13. 12.) sie wieder herschleicht.“
  • „Sünte Klaos Ihs, dat steiht bis Matthis" (24. 2.).
  • „Regnet's an Sankt Nikolaus, wird der Winter streng und kraus.“
  •  „St. Luzen (13.12) macht den Tag stutzen.“
    ( Es soll der kürzeste Tag sein, diese Regel ist eine der ältesten Regeln,
    die in die Zeit vor die Kalenderreform zurückreicht.
    Der Julianische Kalender ist dem Gregorianischen Kalender gegenüber um 10 Tage zurück.
    Vor 1582 hatte diese Regel also ihre Richtigkeit.)
  • „Thomas ( 21. 12. ) dreht den Zeiger um.“
  •  „Wie's Adam und Eva (Heiligabend) spend't, so bleibt das Wetter bis zum End.“
  •  ,,lst die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr.“
  •  „Ist's zu Weihnacht warm und lind, kommt zu Ostern Schnee und Wind.“
  • „Gröne Weihnachten, witte Oster.“
  • „Grüner Christtag, Ostern weiß, macht zunicht des Bauern Fleiß.“
  •  Grüne Weihnachten, fetter Kirchhof.“
  •  „Wenn der Christtag schön und klar, hofft man auf ein gutes Jahr.“
  • „Weihnachten klar, gutes Weinjahr.“
  • ,Jst es windig an den Weihnachtstagen, sollen die Bäume viel Früchte tragen.“
  •  „Finstere Christnacht, lichte Scheunen, helle Christnacht dunkle Scheunen."
  •  „Weihnachten feucht und naß, gibt leere Speicher und leeres Faß.“
  •  „Wenn dat Christkind is geboren, häwwt de Röwen d'n Geschmack verloren.“
  •  „Bringt St. Stephan (26. 12.) Wind, die Winzer nicht fröhlich sind.“
  •  ,,Sylvesterwind und warme Sonn', wirft jede Hoffnung in den Bronn.“

Das Jahr geht nun zu Ende, voll Dankbarkeit blickt der Bauer zurück auf das verflossene Jahr,
gleichzeitig aber wirft er auch einen Blick in die Zukunft, er fragt sich,
was wohl das bevorstehende Jahr ihm bringen wird, aber mag es sein, wie es will:

  • „Wie auch das Wetter sich gestaltet, Am Jahresschluß die Hände faltet.“